Dienstag, 6. Dezember 2016

Sicherheitsrisiko Wien

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Unser Ludwig hat wieder einmal zugeschlagen.
VertreterInnen der Wiener Stadtverwaltung, der Wiener Polizei, den Helfern Wiens, von Wiener Wohnen, den wohnpartnern, den Gebietsbetreuungen Stadterneuerung, aus dem Integrationsbereich, der Wohnungswirtschaft sowie von Sozial-, Kinder- und Jugendeinrichtungen .. sie waren alle bei dieser Konferenz dabei. Wien ist nach wie vor eine der lebenswertesten und vor allem sichersten Städte der Welt. Obwohl die objektive Sicherheit sehr hoch ist, kann das subjektive Sicherheitsempfinden oft damit nicht mithalten.
Warum wurde Ludwig nicht gleich festgenommen? Er ist ein Sicherheitsrisiko!
... der Polizei gemeinsam führt Wiener Wohnen Grätzlaktionen durch, bei denen die Anliegen, Sorgen und Ängste der MieterInnen im Mittelpunkt stehen.
Wiener Wohnen führt jetzt auch noch Durchsuchungen durch! Ganz großartig.


http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161206_OTS0183/ludwigpuerstlmahrer-sicherheit-im-wohnbereich

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Das Elend ohne Wohnung

Häupl spricht es ganz klar aus: Des is ma wurscht! Damit beugt er das Menschenrecht. Aber, wem kümmert's? 
Leistbares Wohnen zählt zu den brennenden Problemen. Michael Ludwig erneuerte in seiner Präsentation das Ziel, die Wohnbauleistung in Wien zu erhöhen und zu beschleunigen. Die Zeitspanne vom Bauträger-Wettbewerb bis zur schlüsselfertigen Übergabe der Wohnung auf 32 Monate reduziert werden. Der Hut brennt ... Lächeln und gefällig grinsen ist passe! Unternehmen! Machen! Tun! Nicht Pressemitteilungen schreiben!

  • 5000 bis 10.000 Menschen sind Schätzungen zufolge in Wien obdachlos und bald dürften es noch mehr werden. Denn nicht alle der 30.000 Flüchtlinge, die derzeit in der Grundversorgung sind, werden am privaten Wohnungsmarkt unterkommen.
  • Der Winter ist da. Manche Menschen freuen sich in dieser Jahreszeit nach einem Christkindlmarktbesuch auf das warme Zuhause. Sie bereiten sich eine Tasse Tee zu und machen es sich auf dem Sofa gemütlich. Für andere Menschen hingegen wird der Alltag in einem ohnehin schon sehr beschwerlichen Leben jedoch noch härter. Denn wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt sinken, wird Obdachlosigkeit zur Lebensgefahr.
    5000 bis 10.000 Menschen sind in Wien Schätzungen zufolge derzeit obdachlos. Wie viele es genau sind, weiß man nicht. "Wir können nur die Menschen zählen, die bei uns wohnen", sagt Wolfgang Janik, Vorsitzender des Verbandes Wiener Wohnungslosenhilfe (VWWH) im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Feststeht allerdings, dass die Obdachlosigkeit im Steigen ist. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der zu versorgenden Menschen verdoppelt, so Janik.
    Derzeit stehen in Wien etwa 5000 Plätze zur kurzfristigen oder langfristigen Unterbringung zur Verfügung. 5000 Menschen gelten somit als wohnungslos, haben aber zumindest - wenn oft auch nur kurzfristig - ein Dach über dem Kopf. "Obdachlose warten auf einen Platz in einer wohnungslosen Einrichtung und Wohnungslose warten auf eine Wohnung, das ist die Situation", sagt Janik. Doch leistbarer Wohnraum ist Mangelware. "Derzeit fehlen uns schon 900 Wohnungen pro Jahr." Und die Lage dürfte sich in der nächsten Zeit weiter verschärfen. Denn nicht alle der 30.000 Asylwerberinnen und Asylwerber, die derzeit in der Grundversorgung sind und nach Erhalt eines positiven Asylbescheids die Einrichtung, in der sie untergebracht sind, innerhalb von vier Monaten verlassen müssen, werden es schaffen, sich selbständig eine Existenz aufzubauen. "Sie haben dann zwar einen Mindestsicherungsanspruch, aber am Privatwohnungsmarkt findet man ohne Bürgen oder Einkommensnachweis für drei Monate kaum eine Wohnung", sagt Brigitte Gruber vom Verein Wobes. Zudem seien die Mieten dort meist zu hoch.
    Zugang zu Wiener Wohnen, also zu den im Vergleich zum privaten Markt wesentlich günstigeren Gemeindewohnungen, haben Asylberechtigte allerdings nicht. Denn dafür ist eine durchgehende, zweijährige Meldung erforderlich.
    Mit Ansturm auf Wohnungslosenhilfe zu rechnen
    "Wenn die Menschen gesund sind, finden sie noch eher etwas. Wenn sie sich aber in schwierigen sozialen Situationen befinden, besteht Betreuungsbedarf", sagt Gruber. Es sei daher damit zu rechnen, dass es im Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe, das beim Fonds Soziales Wien angesiedelt ist, bald zu einem größeren Ansturm komme. Zurzeit stehen für Asylberechtigte mit Betreuungsbedarf 174 Wohnungen im Rahmen der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. Die Angebote müssten dringend erweitert werden, fordert der VWWH. Denn nur so könne die Integration dieser Menschen gelingen.
    Asylberechtigte und Menschen ohne Anspruch nach dem Wiener Sozialhilfegesetz sind besonders stark von Obdachlosigkeit bedroht. Wer etwa aus einem Bundesland oder einem anderen EU-Land kommt, hat nur im Winter die Möglichkeit, eine Notschlafstelle aufzusuchen. Denn nur von Oktober bis April werden alle Menschen unbürokratisch aufgenommen und müssen nicht nachweisen, dass sie seit mehreren Jahren in Wien leben. Vor allem Rumänen, die im Zuge der EU-Erweiterung nach Wien gekommen sind, sind von Obdachlosigkeit betroffen. "Es ist verständlich, dass die Stadt Sozialtourismus verhindern will, aber es kommt immer noch günstiger, Notschlafstellen für alle ganzjährig zur Verfügung zu stellen, als hohe Krankenhausrechnungen zu tragen", sagt Bernadette Straka von der Arge Wien. Denn Obdachlosigkeit wirke sich meist sehr negativ auf die Gesundheit der Betroffenen aus. "Viele Menschen pendeln seit Jahren zwischen Winternotquartieren, dem Krankenhaus und der Straße und ihr Gesundheitszustand wird von Jahr zu Jahr schlechter", so Straka. Eine Nacht in einem Spital koste etwa 1000 Euro. In einer Notschlafstelle seien es 30 Euro.
    Im Vorjahr haben 2700 Menschen die Notschlafstellen, die im Winter zusätzlich geschaffen wurden, in Anspruch genommen. Heuer wurden 600 Plätze geschaffen. Der VWWH geht jedoch davon aus, dass deutlich mehr Ressourcen und Investitionen notwendig sein werden. "Wir brauchen eine übergreifende Strategie, die Wohnen und Soziales verbindet. Nur so kann ausreichend leistbarer Wohnraum in Wien gesichert werden", sagt Janik.

Mittwoch, 30. November 2016

2.500 Delogierungen

2.500 ist untertrieben. Laut BG sind es jährlich etwa 6.500! Dabei ist Wiener Wohnen Spitze!
http://derdreck.blogspot.co.at

Würde, Wärme, Wohnen: Heilsarmee sichert Wohnungen

Podiumsdiskussion der Heilsarmee findet große Resonanz

Wien (OTS) - Die Mobile Wohnbegleitung (MOWO) der Heilsarmee ist 5 Jahre alt. Das war Anlass für eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bedarfe und Herausforderungen für die Wohnungssicherung im Gemeindebau“ mit ExpertInnen von FSW, MAG ELF, MA 40, MA 24, Wiener Wohnen, einem betroffenen Mieter und einer Vertreterin der Heilsarmee. Das Interesse an der Veranstaltung war mit 90 TeilnehmerInnen größer als erwartet.

2.500 Delogierungen jährlich

In Wien werden jährlich ca. 2.500 Menschen aus ihrer Wohnung delogiert, davon 800-900 aus einer Gemeindewohnung. Die Folgekosten sind enorm: 20% der Delogierten kommen innerhalb von 12 Monaten in eine Einrichtung der Wiener Wohnungslosenhilfe. Zudem steigen die Wohnkosten nach einer Delogierung, da die Folgewohnung i.d.R. teurer ist.

Gemeinsames Konzept fehlt

„Nach 5 Jahren praktischer Erfahrung in der Arbeit mit Menschen in der eigenen Wohnung fällt der Bedarf nach strukturierter Wohnungssicherung im Gemeindebau besonders auf“, stellt DSA Mag. Ulrike Knecht, Leiterin der Mobilen Wohnbegleitung, fest. „Das Ziel muss sein, Delogierung zu verhindern. Dazu benötigen wir ein gemeinsames vernetztes Konzept zur Wohnungssicherung im Gemeindebau mit allen beteiligten Fachstellen.“

Kooperationen geplant

Die anderen ExpertInnen auf dem Podium sehen die Situation ähnlich. Es wird bereits gemeinsam an vernetzten Konzepten und Finanzierungsmodellen für die Umsetzung einer aufsuchenden und nachgehenden Sozialarbeit gearbeitet. Für die Zukunft werden weitere Kooperationen geplant, um Synergien zu schaffen und zusammen am nachhaltigen Erhalt der Wohnung von betroffenen MieterInnen zu arbeiten.

Mobile Wohnbegleitung der Heilsarmee

Die Mobile Wohnbegleitung richtet sich an Männer und Frauen, die aus einer Übergangswohneinrichtung in eine eigene Wohnung ziehen und beim eigenständigen Wohnen noch teilweise Unterstützung durch SozialarbeiterInnen benötigen.

Die Betreuungsziele der MOWO sind:

  • die Verkürzung der Verweildauer in den stationären Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe
  • die psychosoziale Stabilisierung nach Umzug und im neuen Wohnumfeld
  • die Befähigung zu größtmöglicher Selbstständigkeit
  • das Vermeiden eines erneuten Wohnungsverlustes
  • das Erlangen einer selbstständigen und langfristigen Wohn- und Lebenssicherung
Picture Credits: Heilsarmee Österreich, Abdruck honorarfrei

Die Heilsarmee - seit über 80 Jahren in Österreich

Die Heilsarmee ist eine Hilfsorganisation und christliche Glaubensbewegung, die in ihrem "Kampf gegen die Armut" in weltweit 128 Ländern Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. In Österreich wurde die Heilsarmee 1927 gegründet. Die Hilfsorganisation bietet in Österreich eine breite Palette an Hilfeleistungen und sozialen Einrichtungen wie Männerwohnheim, Betreutes Wohnen, Sozial Betreutes Wohnen, Mobile Wohnbegleitung, Gefangenenseelsorge und Wohnungslosenarbeit an.

Montag, 28. November 2016

Betrugsskandal weitet sich aus

wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein ... lieber Ludwig! Du Arsch!

http://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13896828/Betrugsskandal-um-Wiener-Wohnen-weitet-sich-aus/13920470

Häupls Wien - wie er es nicht sehen mag

Auch das ist Häupls Wien. Ganz ohne Mercer-Studie, die ihn immer wieder jubeln lässt!

Robert, 41, kommt ursprünglich aus Ungarn. Seit 19 Monaten ist er in Wien und obdachlos. Als Mitarbeiter des Projekts SUPERTRAMPS hat er profil durch seine "Schlafstelle Wien" geführt.
Angefangen hat alles mit der Scheidung von seiner Frau. Damals war er noch Geigenbauer in der Nähe des Plattensees. Die heftigen Auseinandersetzungen mit seiner Ex-Frau stürzten ihn in eine tiefe Depression. "Von da an ging es immer weiter bergab", erzählt Robert. Er verlor seinen Beruf und wurde obdachlos.
"In Ungarn hast du als Obdachloser keine Chance. Es gibt keine Notschlafstellen. Wäre ich geblieben, wäre ich heute entweder tot oder im Gefängnis", schildert Robert die Situation für Obdachlose in Ungarn. Er wollte nach Österreich. Drei Tage lang erbettelte er sich vor einem ungarischen Bahnhof 80€. Genug für ein Zugticket nach Wien.
Als er in Wien ankam, wusste Robert nicht wohin. Er hatte von Notschlafstellen gehört, traute sich aber nicht danach zu fragen. Robert erinnert sich: "Mein Deutsch war schlecht und ich war zu schüchtern um jemanden anzusprechen. Also bin ich einem Obdachlosen gefolgt. So habe ich herausgefunden, wo Tageszentren und Schlafstellen sind."

Stell dir vor du bist obdachlos und hast kein Geld für einen Fahrschein. Was sagst du dem Schwarzkappler?

Beim VinziPort im dritten Wiener Gemeindebezirk fand Robert vorerst Unterschlupf. Um 1€ pro Nacht konnte er dort abends ein Bett beziehen, musste jedoch am nächsten Tag um 7 Uhr wieder auf die Straße. Bis 18 Uhr bleiben die Tore der meisten Notschlafstellen jedoch verschlossen, so auch die des VinziPort.
Die Notschlafstelle des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) am Enkplatz in Wien-Simmering ist hier die Ausnahme. Dort ist abends bereits ab 17 Uhr Einlass. "Und diese eine Stunde kann im kalten Winter entscheidend sein", sagt Robert.
Der ASB betreibt am Enkplatz auch ein Tageszentrum für Obdachlose und bietet Computer-Schulungen an: Von Internetnutzung bis zum Verfassen von Bewerbungsunterlagen werden hier die notwendigen Fähigkeiten vermittelt, um den Ausweg aus der Obdachlosigkeit zu erleichtern.
In Österreich haben ausländische Obdachlose in den Sommermonaten keinen Anspruch auf einen Platz in den Notschlafstellen. In den Monaten von November bis Mai gibt es das sogenannte Winterpaket, das allen Obdachlosen, unabhängig von ihrer Herkunft, Anspruch auf einen Platz in einer Schlafstelle zusichert. Von Juni bis Ende Oktober lebte Robert im dritten Bezirk gegenüber von einem Wohnhaus. Auf einer Matratze, und bei Regen dicht an die Wand gedrückt, verbrachte er seine Nächte im Freien.
Die Bewohner der umliegenden Häuser hätten Robert größtenteils respektvoll behandelt. Dennoch sei es immer wieder zu unangenehmen Zwischenfällen gekommen: Schaulustige kamen vorbei um Robert in seinem Schlaflager zu fotografieren, nachts wurde die Polizei gerufen. "Mich kannte hier jeder. Die Menschen aus dem Wohnhaus gegenüber haben mir manchmal Essen gebracht. Ein Mann hat mir sogar eine Stoffbahne geschenkt, die ich als Vorhang genutzt habe. Damit hatte ich zumindest ein bisschen Privatsphäre", erzählt Robert.
Roberts Tour durch Wien führt auch zu einem beliebten Schlafplatz in der Nähe der S-Bahn Station St. Marx. Auf einem bewachsenen Hügel richten sich viele Obdachlose ihr Quartier ein. Es handle sich dabei jedoch meist um kriminelle oder drogensüchtige Obdachlose. "Wer mit mir hier ist, muss sich nicht fürchten. Aber ich rate davon ab, hier alleine herzukommen. Das kann gefährlich werden", erklärt Robert, während er die Schlaflager zeigt. Er selbst habe hier nie genächtigt: "Die Menschen leben hier im Dreck. Sie räumen ihren Müll nicht weg, sondern lassen einfach alles liegen. Das würde ich nicht aushalten."
Mit der Straßenbahn geht es weiter zum Enkplatz. Robert stellt seinen Tourgästen für die Fahrt mit der Bim eine Aufgabe: "Stell dir vor du bist obdachlos und hast kein Geld für einen Fahrschein. Was sagst du dem Schwarzkappler?" Seine Lieblingsantwort kam vor einiger Zeit von einem Jugendlichen. Er schlug "Heute ist mein Geburtstag" als Ausrede vor. Am Ende sei es trotzdem immer reine Glückssache: Manchmal habe Robert vom Fahrkartenkontrolleur einen Fahrschein geschenkt bekommen, manchmal aber eben auch nicht.

Seit ich in Österreich bin, geht es mir besser.
Am Enkplatz angekommen, zeigt Robert "seinen" Supermarkt. Im Eingangsbereich bat er Menschen um Essen. Er bekam Wurstsemmeln und manchmal sogar Gemüse oder Obst geschenkt. Direkt nach Geld gefragt habe er nie.
Robert zieht Bilanz: "Seit ich in Österreich bin, geht es mir besser. Ich habe keine Herzrhythmusstörung mehr, mein Blutdruck hat sich eingependelt und meinen Diabetes habe ich auch im Griff". Sein Engagement beim Projekt SUPERTRAMPS hat Robert noch den nötigen Aufwind gegeben: "Seit ich die Touren mache, bin ich motivierter. Psychisch geht es mir auch viel besser."
Über die vergangenen Sommermonate hat Robert bei einer Baufirma gejobbt. Für den kommenden Winter hat er bereits eine Stelle als Schneeräumer in Wien-Umgebung gefunden. Noch verbringt Robert seine Nächte in der Notschlafstelle VinziBett. Er hofft jedoch bald eine kleine Wohnung beziehen zu können und endlich sein eigenes Reich zu haben.